Ratgeber

Überstunden und Arbeitszeit bei Mechanikern aus dem Ausland: was geht, was nicht

David HR Europa vermittelt Kfz-Mechatroniker, LKW-Mechaniker, Karosseriebauer und Fahrzeuglackierer aus Kroatien, Bosnien und Serbien an Autohäuser und Nutzfahrzeug-Werkstätten in Deutschland. Seit 2021, über 300 Vermittlungen, Sitz Neu-Ulm.

  • Gesetzliche Grenze: im Schnitt max. 48 Stunden pro Woche, max. 10 Stunden pro Tag (Stand 2026)
  • Über 300 Vermittlungen seit 2021, Arbeitszeit wird vor jeder Suche im Fragebogen geklärt
  • 70 % bleiben langfristig, eingehaltene Zusagen zur Arbeitszeit sind dafür entscheidend

Stand: September 2026

„Wollen die überhaupt Überstunden machen?" Die Frage kommt fast immer, und die Antwort überrascht viele Chefs: Ja, und zwar mehr, als Sie vermutlich anbieten. Ein Mechaniker, der seine Familie in Bosnien zurücklässt, will arbeiten, verdienen, sparen und die Familie schneller nachholen. Viele Kandidaten fragen im Vorstellungsgespräch nicht „Wie viele Stunden muss ich?", sondern „Wie viele Stunden darf ich?".

Genau darin liegt das Risiko. Wer im Gespräch großzügig Überstunden zusagt und dann eine Werkstatt hat, in der um 17 Uhr das Tor zugeht, produziert einen enttäuschten Mitarbeiter. Nicht eingehaltene Zusagen zur Arbeitszeit sind in unserer Erfahrung der häufigste Grund, warum ein Mechaniker aus dem Ausland im ersten Jahr kündigt. Umgekehrt verlangen manche Betriebe mehr, als das Gesetz erlaubt. Dieser Ratgeber zeigt, was das Arbeitszeitgesetz zulässt, wie Samstage und Schichten geregelt werden, wie die Zeiterfassung bei Zeitarbeit funktioniert und wie Sie Erwartungen vor dem Start abgleichen.

Was das Arbeitszeitgesetz erlaubt (Stand 2026)

Das Arbeitszeitgesetz gilt für jeden Arbeitnehmer in Deutschland, unabhängig von Herkunft, Vertragsart oder Wunsch des Mitarbeiters. Auch wenn ein Kandidat gern 60 Stunden pro Woche arbeiten würde, dürfen Sie es nicht zulassen. Die wichtigsten Regeln:

Tägliche Arbeitszeit. Die werktägliche Arbeitszeit darf 8 Stunden nicht überschreiten. Sie kann auf bis zu 10 Stunden verlängert werden, wenn innerhalb des gesetzlichen Ausgleichszeitraums im Durchschnitt 8 Stunden pro Werktag eingehalten werden. 10 Stunden sind die absolute Tagesgrenze, nicht der Normalfall.

Wöchentliche Arbeitszeit. Weil der Samstag als Werktag zählt, ergibt sich eine Obergrenze von 48 Stunden pro Woche im Durchschnitt des Ausgleichszeitraums. Einzelne Wochen dürfen darüber liegen, wenn andere darunter liegen. Ein Arbeitsvertrag über 48 Stunden ist möglich, lässt aber keinen Spielraum für Überstunden nach oben.

Ruhezeiten und Pausen. Zwischen zwei Arbeitstagen ist eine ununterbrochene gesetzliche Ruhezeit einzuhalten, ab einer bestimmten Arbeitsdauer sind Pausen vorgeschrieben. Für Schichtmodelle sind diese Ruhezeiten die eigentliche Planungsgrenze.

Sonn- und Feiertage. Arbeit an Sonn- und Feiertagen ist grundsätzlich verboten. Ausnahmen gibt es für Notdienste, etwa Pannen- und Reparaturdienste, die den Verkehr aufrechterhalten. Ob Ihre Werkstatt darunter fällt, klären Sie mit der Aufsichtsbehörde oder Ihrem Arbeitsrechtler.

Für die Praxis heißt das: Eine Werkstatt, die Woche für Woche 50 oder mehr Stunden verlangt, verstößt gegen das Gesetz, egal ob der Mitarbeiter aus Serbien oder Schwaben kommt. Eine Werkstatt mit regelmäßig 40 Stunden plus Samstagen und einzelnen längeren Tagen bewegt sich im Rahmen und bietet dem Mitarbeiter, was er sucht. Arbeitszeit über die Regelgrenze hinaus muss dokumentiert werden.

Samstagsarbeit und Schichtmodelle in Nutzfahrzeug-Werkstätten

Der Samstag ist im Arbeitszeitgesetz ein normaler Werktag. Samstagsarbeit ist erlaubt und für viele Nutzfahrzeug-Werkstätten Standard, weil die Lkw unter der Woche auf der Straße sind. Unsere Kandidaten kennen das aus ihren Heimatländern. Fünf Tage plus regelmäßiger Samstag oder eine Sechs-Tage-Woche innerhalb der 48-Stunden-Grenze ist für die meisten ein Argument für den Betrieb. Wichtig ist, dass der Samstag fest vereinbart wird, nicht als spontane Bitte am Freitagabend kommt.

Zweischichtbetrieb ist in größeren Nutzfahrzeug-Werkstätten üblich. Kandidaten aus Markenwerkstätten in Kroatien kennen Schichtarbeit, Kandidaten aus kleineren Betrieben in Bosnien oder Serbien manchmal nicht. Wir fragen das im Vorgespräch ab und klären, ob jemand dauerhaft Spätschicht arbeiten kann oder einen Wechsel braucht, etwa um mit seiner Familie zu telefonieren.

Dreischichtbetrieb und Nachtschicht kommen bei Fuhrparkverträgen oder Busbetrieben vor. Nachtarbeit unterliegt zusätzlichen Schutzregeln, darunter arbeitsmedizinische Untersuchung und Ausgleich durch freie Tage oder Zuschlag. Brauchen Sie Nachtschicht, sagen Sie es vor der Suche. Manche Kandidaten wollen das wegen der Zuschläge ausdrücklich, für andere ist es ein Ausschlusskriterium.

Bereitschaft und Pannendienst sind ein Sonderfall. Für einen Mechaniker ohne Deutschkenntnisse ist Pannendienst im ersten Jahr meist ungeeignet, weil er allein mit dem Kunden am Straßenrand kommunizieren müsste. Das ändert sich mit der Sprache. Mehr unter LKW-Mechaniker aus dem Ausland.

Nicht eingehaltene Zusagen: der häufigste Grund für einen Abbruch

Aus über 300 Vermittlungen kennen wir das Muster. Ein Chef sagt im Vorstellungsgespräch: „Überstunden sind kein Problem, Arbeit haben wir genug." Der Kandidat rechnet sein Einkommen mit diesen Stunden durch, sagt zu, zieht um. Dann kommt der erste Monat mit Einarbeitung ohne Überstunden, der zweite mit Sommerloch, der dritte mit schwacher Auftragslage. Sein Netto liegt weit unter der Erwartung, er telefoniert mit einem Kollegen in einem anderen Betrieb, der jeden Samstag arbeitet, und kündigt. Der Chef ist irritiert: „Der hat doch ein gutes Grundgehalt."

Das Problem ist nicht das Gehalt, sondern die Lücke zwischen Zusage und Realität. Deshalb gilt bei uns: Überstunden werden nur zugesagt, wenn sie tatsächlich regelmäßig anfallen. Hat Ihre Werkstatt im Sommer und im Januar wenig zu tun, sagen Sie das. Ein Kandidat, der weiß, dass er in acht Monaten Samstage hat und in vier nicht, plant damit.

Der umgekehrte Fall kommt ebenfalls vor: Der Betrieb verlangt mehr als vereinbart, etwa jeden Samstag statt jeden zweiten, oder der Mitarbeiter wird als Einziger für die Spätschicht eingeteilt, weil er keine Familie vor Ort hat. Auch das führt zur Kündigung, nur später und mit mehr Groll. Mehr unter Bleiben Mechaniker aus dem Balkan?.

Zeiterfassung bei Zeitarbeit und Erwartungsabgleich im Fragebogen

Bei der Arbeitnehmerüberlassung ist die Arbeitszeit besonders transparent, weil sie die Rechnung bestimmt. Sie erfassen die Stunden in Ihrem System, wir rechnen monatlich die tatsächlich geleisteten Stunden ab. Überstunden erscheinen auf Ihrer Rechnung und auf seiner Gehaltsabrechnung. Für den Mitarbeiter heißt das: Jede Stunde wird sichtbar bezahlt, nichts verschwindet in einem Pauschalvertrag. Krankheit und Urlaub laufen über uns, dafür fallen bei Ihnen keine Stunden an. Details unter Zeitarbeit Kfz-Mechaniker.

Bei der Direktvermittlung gelten Ihre Regeln zur Zeiterfassung. Empfehlenswert ist ein System, in dem der Mitarbeiter seine Stunden selbst einsehen kann. Zur Vergütung: Gehalt für Mechaniker aus dem Ausland.

Der wichtigste Schritt liegt vor der Suche. In unserem Fragebogen, den jeder Betrieb vor der Kandidatensuche ausfüllt, fragen wir nach Wochenstunden, Samstagen, Schichtmodellen, dem tatsächlichen Überstundenvolumen der letzten Monate und saisonalen Schwankungen. Diese Angaben bekommt der Kandidat vor dem Vorstellungsgespräch. Im Gespräch mit Dolmetscher fragen wir nach, und bei den 1 bis 2 Schnuppertagen sieht er, wann das Tor wirklich zugeht. Wer nach diesen drei Schritten unterschreibt, kennt seine Arbeitszeit.

Was ist, wenn …

… wir gar keine Überstunden anbieten können?

Dann sagen Sie das im Fragebogen, und wir suchen Kandidaten, für die das passt. Mechaniker, die ihre Familie mitbringen oder schnell nachholen wollen, legen Wert auf geregelte Zeiten. Was nicht funktioniert, ist ein Kandidat, der wegen der Stunden kommt und keine bekommt. Ein ehrliches „40 Stunden, Feierabend um 17 Uhr" ist ein klares Angebot, für das es passende Bewerber gibt.

… der Mitarbeiter mehr arbeiten will, als das Gesetz erlaubt?

Dann liegt es an Ihnen, Nein zu sagen. Das Arbeitszeitgesetz schützt den Mitarbeiter auch gegen seinen eigenen Wunsch, Verstöße treffen den Arbeitgeber. Erklären Sie ihm die Grenze, am besten mit Übersetzungs-App, und zeigen Sie ihm, wie er innerhalb des Rahmens das Maximum erreicht, etwa über Samstage. Wir unterstützen dieses Gespräch.

… Überstunden nur saisonal anfallen?

Das ist in vielen Werkstätten so und kein Problem, wenn es vorher gesagt wird. Ein Kandidat, der weiß, dass der Winter ruhiger ist und die Saison vor dem Sommer volle Samstage bringt, plant sein Jahr entsprechend. Manche Betriebe arbeiten mit einem Arbeitszeitkonto. Wichtig ist, dass der Mitarbeiter den Kontostand versteht und einsehen kann.

… der Mechaniker die Schicht nicht mitmachen will, obwohl es vereinbart war?

Zuerst klären wir, ob er die Vereinbarung verstanden hat. Missverständnisse über Schichtpläne kommen vor, besonders bei Kandidaten aus Betrieben ohne Schichtsystem. Wir sprechen mit ihm in seiner Sprache. Bleibt er bei seiner Weigerung, gilt bei Arbeitnehmerüberlassung der unkomplizierte Wechsel, bei Direktvermittlung die 3 Monate Ersatzgarantie innerhalb dieser Frist.

… der Mitarbeiter als Einziger immer die Spätschicht bekommt?

Das ist der klassische Weg, einen guten Mechaniker zu verlieren. Er merkt, dass er anders behandelt wird als die Kollegen mit Familie vor Ort, und zieht Konsequenzen. Behandeln Sie ihn im Schichtplan wie jeden anderen Gesellen. Bevorzugt er freiwillig Spätschicht, dokumentieren Sie das. Fairness im Schichtplan ist eine der einfachsten Maßnahmen für eine hohe Bleibequote.

Betriebe, die mit uns arbeiten

Betriebe, die mit uns arbeiten: Scherer Nutzfahrzeuge, Leven Nutzfahrzeuge und Tiemann in der Nutzfahrzeug-Werkstatt mit Samstagsarbeit und Schichtbetrieb, Autohaus Weeber und Autohaus Schneider im Pkw-Bereich. Bei allen wurde die Arbeitszeit vor der Kandidatensuche im Fragebogen festgelegt und im Gespräch mit dem Kandidaten offen besprochen.

Häufige Fragen

Wollen Mechaniker aus dem Balkan Überstunden machen?

Ja, die meisten wollen mehr arbeiten als die Grundstunden. Wer seine Familie im Heimatland hat, will verdienen und sparen. Deshalb ist es wichtig, nur Überstunden zuzusagen, die tatsächlich anfallen. Eine nicht eingehaltene Zusage ist in unserer Erfahrung der häufigste Grund für eine Kündigung im ersten Jahr.

Wie viele Stunden darf ein Mechaniker pro Woche arbeiten?

Im Durchschnitt des gesetzlichen Ausgleichszeitraums höchstens 48 Stunden pro Woche und höchstens 10 Stunden pro Tag (Stand 2026). Einzelne Wochen dürfen darüber liegen, wenn andere darunter liegen. Das gilt für jeden Arbeitnehmer in Deutschland, unabhängig von Herkunft oder eigenem Wunsch.

Ist ein 48-Stunden-Vertrag möglich?

Rechtlich ja, weil 48 Stunden die durchschnittliche Wochengrenze des Arbeitszeitgesetzes sind. Praktisch lässt ein solcher Vertrag keinen Spielraum für zusätzliche Überstunden nach oben. Sinnvoller ist meist ein Vertrag über die üblichen Wochenstunden Ihres Betriebs plus vereinbarte Samstage, dokumentiert in der Zeiterfassung.

Ist Samstagsarbeit für Mechaniker aus dem Ausland ein Problem?

Nein. Der Samstag ist ein normaler Werktag, und unsere Kandidaten kennen Samstagsarbeit aus ihren Heimatländern. Viele wünschen sie sich ausdrücklich. Wichtig ist, den Samstag als festen Bestandteil zu vereinbaren und nicht als spontane Bitte am Freitag zu behandeln.

Machen die Kandidaten Schichtarbeit in der LKW-Werkstatt?

Viele ja, besonders Kandidaten aus Markenwerkstätten in Kroatien. Kandidaten aus kleineren Betrieben kennen Schichtsysteme manchmal nicht. Wir fragen Früh-, Spät- und Nachtschicht im Vorgespräch ab und stellen nur Kandidaten vor, die zu Ihrem Modell passen. Nachtarbeit unterliegt zusätzlichen Schutzregeln.

Wie werden Überstunden bei Zeitarbeit abgerechnet?

Sie erfassen die Stunden in Ihrem System, David HR rechnet monatlich alle tatsächlich geleisteten Stunden ab. Überstunden erscheinen auf Ihrer Rechnung und auf der Gehaltsabrechnung des Mitarbeiters. Krankheit und Urlaub laufen über uns, dafür fallen bei Ihnen keine Stunden an. Zuschläge stehen im Angebot.

Was passiert, wenn wir plötzlich weniger Arbeit haben?

Bei Arbeitnehmerüberlassung zahlen Sie nur geleistete Stunden, das Auslastungsrisiko liegt bei uns. Bei Direktvermittlung gilt Ihr Arbeitsvertrag wie für alle Gesellen. In beiden Fällen sollten Sie den Mitarbeiter früh informieren, damit er sein Einkommen planen kann und nicht aus Unsicherheit wechselt.

Gibt es Überstundenzuschläge?

Gesetzlich sind Zuschläge nur in bestimmten Fällen vorgeschrieben, etwa bei Nachtarbeit. Viele Betriebe regeln sie tarifvertraglich oder betrieblich. Bei Direktvermittlung gilt Ihre Regelung für den neuen Mitarbeiter wie für alle anderen. Bei Überlassung steht die Behandlung von Zuschlägen im Angebot, das Sie in 24 Stunden erhalten.

Wie klären Sie die Arbeitszeit vor dem Start?

Über den Fragebogen, den jeder Betrieb vor der Suche ausfüllt: Wochenstunden, Samstage, Schichten, tatsächliches Überstundenvolumen und saisonale Schwankungen. Der Kandidat erhält diese Angaben vor dem Gespräch, wir fragen im Gespräch nach, und bei den 1 bis 2 Schnuppertagen sieht er die Realität in Ihrer Werkstatt.

Nächster Schritt

Wenn Sie wissen wollen, ob Ihr Arbeitszeitmodell zu Kandidaten aus Kroatien, Bosnien oder Serbien passt, klären wir das in einem 15-Minuten-Gespräch. Wir sagen Ihnen offen, was Kandidaten erwarten und was das Gesetz zulässt. Danach erhalten Sie Ihr Angebot in 24 Stunden.

Weiterführend: LKW-Mechaniker aus dem Ausland · Gehalt für Mechaniker aus dem Ausland · Wie sich das rechnet

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